Geschichte

1806
1816
1826
1851
1936-37
1947
1963
2006

Wendepunkte

Wendepunkte
wendepunkte

In den Jahren 1866/1867 malte Otto Steeger diese allegorische Darstellung einer Bavaria für das Corps.

Mitten in die Zeit der napoleonischen Kriege fällt die Stiftung des Corps Bavaria. Diese turbulenten Zeiten und der Versuch der königlich-bayerischen Polizei, das Corps als demokratisch verfasste Gemeinschaft zu verbieten, machten für die damaligen Aktiven das Bekenntnis zu ihrer Bavaria zu einem großen Wagnis.

Doch der Gedanke der Gleichberechtigung und der Freundschaft untereinander setzte sich durch und wirkte prägend. So war etwa Mittermaier, der Mitgründer des Corps, der Präsident des Vorparlaments in der Paulskirche 1848.

Seit 1851 pflegen die Münchner Bayern das Lebensbundprinzip. Damit ist gemeint, dass die Aufnahme weitere Bänder, also die Mitgliedschaft in anderen Corps, nicht möglich ist.

Auch das Verbot durch das NS-Regime konnte das Corps nicht zerstören, ein Aktivenbetrieb war von Anfang 1937 bis Mitte 1947 allerdings unmöglich.

Persönlichkeiten

Joseph Ludwig Graf Armansperg

Joseph Ludwig Graf Armansperg * 1787 – † 1853 (Öl auf Leinwand, 1931)

Unter dem Senior Joseph Ludwig Graf Armansperg konstituierte sich am 30. November 1806 die Bavaria in Landshut, dem damaligen Sitz der Ludwig-Maximilians- Universität. Zu vermuten ist, dass es auch davor schon eine Bavaria gab, möglicherweise sogar als Corps organisiert, allerdings fehlen schriftliche Belege.

Graf Armansperg machte eine steile Karriere in der bayerischen Beamtenschaft, die ihn an die Spitze des Innen-, Finanz- und Außenministeriums führte (1825- 30). Er leitete ab 1832 zunächst als Regentschaftspräsident, dann als Erzstaatskanzler den Wiederaufbau des von den Wittelsbachern beherrschten Königreichs Griechenlands.

Von 1837 an zog er sich auf seine Güter, besonders Schloss Egg bei Deggendorf, zurück.

Carl Joseph Anton Mittermaier

Carl Joseph Anton Mittermaier * 5. 1787 – † 1867 (Porträt, 1850)

Carl Joseph Anton Mittermaier war ein deutscher Jurist, Publizist und Politiker.
Mittermaier studierte Rechtswissenschaften in Landshut, wo er das Corps Bavaria mitgründete, und promovierte anschließend an der Universität Heidelberg.

Mittermaier fungierte als Präsident des Vorparlaments in der Frankfurter Paulskirche und vertrat vom 18. Mai 1848 bis zum 30. Mai 1849 Baden-Baden in der Frankfurter Nationalversammlung.

Mittermaier erhielt zahlreiche internationale Ehrendoktorwürden und war Mitglied vieler wissenschaftlicher Gesellschaften in Europa und den USA. Die Stadt Heidelberg verlieh ihm 1836 die Ehrenbürgerwürde.

Ignaz Perner
perner

Ignaz Perner * 1796 – † 1867 (Öl auf Leinwand, um 1840)

Ignaz Perner rekonstituierte das Corps 1816.

Aus relativ ärmlichen Verhältnissen stammend, promovierte er zum Dr. jur., begann zunächst seine Karriere im bayerischen Justizdienst, quittierte diesen 1827 und ließ sich als freiresidierender königlicher Advokat in München nieder.

Seine Kanzlei florierte derart, dass er sich nach fünf Jahren – mittlerweile zum Hofrat ernannt – ins Privatleben zurückzog.

1841 gründete er den “Münchner Verein gegen Tierquälerei” und verbreitete den Gedanken weltweit durch Vortragsreisen und Abfassungen von Schriften. Er kann damit als “Vater des Tierschutzes” bezeichnet werden.

Eduard Brücklmeier
brucklmeier1

Eduard Brücklmeier als Aktiver des Corps.

Eduard Brücklmeier war in den Jahren 1924 und 1925 bei den Münchner Bayern aktiv. Er war im Corps als guter Fechter und glänzender Unterhalter bekannt.
Am 8. Juni 1903 wurde Brücklmeier in München geboren, er wuchs in Leipzig auf, wo sein Vater, ebenfalls ein Alter Herr des Corps Bavaria, eine glänzende Karriere am Reichsgericht gemacht hatte. Auch Eduard war sehr erfolgreich – und zwar als Diplomat. Zielstrebig hatte er nach seiner Zeit als aktiver Corpsstudent auch mit seiner Promotion darauf hingearbeitet.

Schon vor 1933 war Brücklmeier ein entschiedener Gegner der Nazis. 1939 wurde er erstmals von der Gestapo verhaftet. Er war von seinem Hausarzt denunziert worden. Auf Druck des berüchtigten Reinhard Heydrich wurde er aus dem diplomatischen Dienst entlassen. Schon in die Umsturzpläne der Hitler-Gegner aus dem Jahren 1938 war Brücklmeier eingeweiht. Er arbeitete mit großer Energie, fast schon fanatisch, gegen die NS-Diktatur. An den Planungen für das Attentat vom 20. Juli 1944 war Brücklmeier direkt beteiligt, er machte einige der Hauptakteuere des Widerstands miteinander bekannt.

Am 29. September wurde Eduard Brücklmeier vom 1. Senat des Volksgerichtshofes unter dem schrecklichen Roland Freisler zum Tode durch den Strang verurteilt. Er starb am 20. Oktober 1944 in Berlin-Plötzensee.

brucklmeier2

Eduard Brücklmeier als Angeklagter vor dem NS-Volksgerichtshof. Brücklmeier ist Widerstandskämpfer des 20. Juli * 8. Juni 1903 – † 20. Oktober 1944

NAVIGATION